KC 85 - Softwareaustausch


Die "Scene" der Computerfreaks in der DDR war sehr aktiv. Tools, Spiele, Büroprogramme entstanden in Heimarbeit. Hardware für die 8-Bit-Rechentechnik wurde entwickelt und die notwendigen Treiber geschrieben. Um die Entwicklungen unter die Computernutzer zu bekommen, entstand ein reger Tausch an Informationen und Programmen.

Dieser Austausch wurde durch den damaligen Rundfunk in der DDR durch Sendungen wie z.B. "REM - das Computermagazin" unterstützt. Auch Zeitschriften druckten Listings ab. Beliebt war BASIC, weniger Assembler oder FORTH. Aber auch die Hex-Listings waren recht beliebt, ellenlange Zahlenkolonnen zum eintippen. Bauanleitungen für Hardware wurde oftmals gleich mitgeliefert.

Im privaten Bereich entstand eine recht interessante Szene. Mann äußerte sein Interesse an Programmen und bot seine eigenen zum Tausch an. Daraufhin erhielt man viele Listen, auf denen tabellarisch die Tauschprogramme genannt wurden. Mit dem Antwortschreiben schickte man ein Leerkassette, notierte seine gewünschten Programme und legte Rückporto bei. Nach etwa 10 Tagen hatte man seine Programme auf der Kassette zurück.

Heute undenkbar. Mit dem Ende der DDR erledigten sich diese Vertriebswege
aber auch von selbst. Es war eine andere Hardwareaustattung und damit
verbunden auch neue Softwareaustattung notwendig und verfügbar.

Auf dem Bild mal ein paar alte Tauschlisten.